Die markante, raue Stimme Jacqui Naylors bleibt sofort im Ohr hängen. Die erstklassige kalifornische Sängerin ist eine große Persönlichkeit und routinierte Performerin auf der Bühne (Jazzpodium).
Für die Musik hat sie vor neun Jahren ihre Karriere als Marketing-Leiterin eines US-Modelabels aufgegeben und widmet sich seitdem selbstbewusst und zielstrebig ihrer großen Liebe. Dabei lässt sie sich nicht von Trends oder Dritten vereinnahmen, sondern geht selbstbestimmt ihren Weg.
Jacqui Naylor vermag bekannten Songs ihre persönliche Note zu geben, sie besitzt eine der wichtigsten Fähigkeiten des Jazz im Überfluss: „she owns a song“. So verwandelt sie REMs „Losing My Religion“ spielerisch in eine leichte Bossa – so gelungen und aufreizend gelassen hat noch niemand diesen Klassiker interpretiert. Ihr Markenzeichen aber ist das „Acoustic Smashing“, Pop- und Rock-Texte gesungen über Jazzstandard-Melodien und umgekehrt. Dieser eigene Stil prägt auch ihre jüngsten Alben YOU DON’T KNOW JACQ (2009) und THE COLOR FIVE (2007). Ihre Liaison aus „My Funny Valentine“ über der Melodie von AC/DC’s „Back in Black“ und Gershwins „Summertime“ zu „Whipping Post“ der Allman Brothers sind Beispiele für geniale Verkupplungen gegensätzlicher (Song‑) Charaktere.
GQ umschreibt ihren Stil als „kuschelig wie Jamie Cullum“, die Kulturnews kürten THE COLOR FIVE zur Jazzplatte des Monats und jubilieren: „Endlich hat der Jazz eine Sängerin gefunden, die sich ziel- und stilsicher durch Rockjukebox klickt. … Das kehlige Timbre der Kalifornierin geht tief in den Bauch.“
Bereits ihr Vorgänger Album LIVE EAST/WEST (2005), Live-Aufnahmen ihrer Konzerte im Birdland (New York) und im Yoshi’s (Oakland), war bei Pop- und Jazz-Kritikern auf großen Zuspruch gestoßen. Erstmals hatte sie 1999 mit ihrem Debütalbum JACQUI NAYLOR in der Amerikanischen Musikszene für Aufsehen gesorgt. Ihr 2003 veröffentlichtes Album SHELTER bewegte die Vogue dazu, sie als „Die neue Stimme im Jazz und Pop“ zu feiern.